3. Auszüge aus den Ansichten von J. A. Komenský, Lehrer von Nationen




Das Allernotwendigste ist Gott.
Suche eher nach Gott als nach Reichtum.
Wer seine Fundamente auf Gott aufgebaut hat, der steht auf einem festen Felsen und keiner kann ihm etwas anhaben.
Cicero sagt: Wer Gott verneint, der kann kaum als geistig gesund aufgefasst werden.
Was Christus im Namen Gottes von den Menschen forderte, waren keine Zeremonien, sondern eine innere Erneuerung des Menschen, und wie er sagt, eine Wiedergeburt zum neuen, heiligen und voll vom Geist erfüllten Leben.
Was die Meinungen über Gott und über das Inhaltliche der Religion betrifft, so besteht ein unendliches Chaos. Dabei ist es belanglos, ob wir nun untereinander alle Glauben, die wir auf der Welt sehen können, oder jeden Glauben einzeln beurteilen. Viele Seelen gelangen zu der Auffassung, dass es besser ist, nicht auf die zahlreichen und zanksüchtigen Kirchen zu achten und sich heimlich dem stillen Umgang mit Gott hinzugeben.

Die allgemeine Religion wird universaler als alle bisherigen sein. Sie wird zur Verbreitung auf der Welt bestimmt, und dabei auch einfacher und dadurch besser. Das Ziel der allgemeinen Religion ist es, den Menschen mit Gott und Gott mit dem Menschen zu verbinden, ... damit Gott auch ohne äußerliche Zeremonien in Geist und in Wahrheit geehrt werden kann. Sie verlangt nichts anderes als mit Gott zu gehen, mit Gott zu reden und mit Gott Taten zu vollbringen. Es kommt hauptsächlich auf die Realisierung der geistigen Welt an. Es möge die Kainreligion vergehen, die ... Sekten gründet, Verfolgung wegen Meinungsverschiedenheit im Glauben anstiftet und Blut vergießt und zuletzt den Platz auf der Erde statt im Himmel sucht.
Unsere Weisheit soll das Erkennen Gottes und das Gesetz Gottes betreffen.
Jeder, der sich bestmöglich um Gott und um die Menschen Verdienste erwerben will (das soll allerdings jeder wollen, der es kann), solle er so tun, um möglichst viele Menschen zu Gott zu führen. Das ist mehr als wenn er den Armen den Reichtum, den Blinden die Sehkraft und den Toten das Leben geben würde.
Armselig ist jeder, der etwas vollbringen will, ohne mit Gott zusammenzuarbeiten, denn solch ein Werk entsteht sich nicht daraus, worin sich auch Stabilität und das Wesen aller Wesen befinden. Deswegen wird so ein Werk zerfallen. Aber Gott arbeitet mit niemandem zusammen, nur mit denen, die an seinem Werk arbeiten.

Gott ist Gott der Ordnung.
Es gibt keine Macht, nur die Macht Gottes.
Die Weltordnung lehrt, dass Gott existiert, denn Ordnung kann nicht einem Zufall entstammen. Denn stelle dir vor: Wenn du die Lettern dieses Buches vorbereitet hättest und wenn du sie ausgestreut und wieder auf den Haufen geworfen hättest, tausendmal und tausendmal und wieder tausendmal und unendlich öfter, es entsteht doch nie solch ein Buch, das einmal von der Kunst verfasst wurde. Wie konnte also die Welt, so ein geordnetes System, durch einen Zufall entstehen?
Wo auch immer die Ordnung herrscht, gibt es etwas, wodurch sie regiert wird.
Gesetze werden immer vom Vorgesetzten festgelegt und sind für den Untergeordneten verbindlich.
Es ist offensichtlich, dass der Tod einen Übergang darstellt.
So wie der Körper früher als die Kleidung existierte und ohne Kleidung sein konnte, so ist auch die Seele früher als Körper und kann auch ohne ihn existieren, denn der Körper ist nichts Anderes als Kleidung für die Seele.
Die Seele ist das in uns, wodurch wir das Gottesbild sind, d.h. womit wir die kleinen Götter sind, nämlich Menschen.

Wer von euch immer nur nach Äußerlichkeit, Zeremonien, Pracht, Reichtum, Ämter, Macht und Herrschaft sucht, ist Antichrist, kein Diener von Christus.
Dem Satan ist daran gelegen, dass die Zerstörung allmählich derart fortschreitet, dass die Menschen nicht beobachten, wie sie dem Verderben verfallen, bis sie sich in der Schlucht des Verderbens befinden.
Der Teufel bemüht sich ständig darum, dass Menschen nicht zwischen Gut und Böse unterscheiden, dass sie sogar Gut für Böse und Böse für Gut halten und sich bereitwillig mit diesen Ketten der Unwissenheit fesseln lassen.
Wo kein Licht hingelangt, dort siedelt sich Finsternis wie in den tiefen unterirdischen Höhlen fest an. Ähnlich herrscht im Sinn, in den kein Erkenntnis der Sachen eingedrungen ist, unvermeidlich die Unwissenheit.
Wir alle wurden in die gleiche Weltschule geschickt und verpflichtet, uns auf das andere Leben vorzubereiten.
Die Vernachlässigung der Erziehung ist das Verderben der Menschen, Familien, Reiche und auch der ganzen Welt.
Leben und nicht zu wissen, warum du lebst, das bedeutet so zu leben, wie die Fliege oder die Brennesel leben.
Es ist möglich, den Zweijährigen, Dreijährigen und um so mehr den Vierjährigen, die Kenntnisse über Gott und über das Leben und den Tod beizubringen, durch den das hiesige Leben in ein anderes übergeht, damit sie nach dem Grad ihres Fassungsvermögens beginnen zu begreifen, warum sie hier sind und was sie tun sollen.

Das aktive Leben ist das wirkliche Leben, das Nichtstun ist das Grab in vivo.
Mögen Gedanken, Worte und Taten eine einzige Harmonie bilden. Eher müssen wir bereit sein zu sterben als unseren Namen zu beflecken und unsere Ehre zu verlieren.
Solange es um die Bücher guter und nützlicher Verfasser geht, wird es notwendig sein, von ihnen Auszüge zu beschaffen. Es soll nichts außer Acht gelassen werden, was der wahrhaftigeren Weisheit, Frömmigkeit und Ordnung dienen würde.
Die Philosophie ist zu facettenreich, sodass es fast besser ist, nichts zu wissen als sich endlos durch die unterschiedlichen Ansichten verwirren zu lassen, und anstatt des Lichtes des Wissens nur durch den Nebel verschiedener Meinungen zu tappen.
Die ernsthafteren Bücher, von denen wir uns die Vermehrung der Weisheit versprechen, sind kontinuierlich zweimal oder dreimal zu lesen. Bei dem ersten Lesen markieren wir die bemerkenswerten Sachen durch das Unterstreichen oder durch die Sternchen am Rande. Aus allem, was du liest, fertige dir Auszüge an.
Die Verleger müssen wir dann dringend bitten und verpflichten, dass sie nicht das Papier, sondern die Weisheit mehren und sich nicht den Gewinn für ihren Beutel, sondern das Licht der Seelen zum Ziel setzen, dass sie wirklich Diener des Lichtes, nicht die Sklaven von Pluton (Gott des Reichtums), die Stifter der Finsternis und der Verwirrungen werden.





JUDr. František Venzara
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