33. Über das Gesetz und dessen Inhalt



Unter diesem Gesetz verstehen wir das ethische Naturgesetz, im Folgenden nur das Gesetz genannt.  Das Verhältnis des Menschen zum Gesetz entscheidet über die Existenz, die Gesundheit und das Schicksal eines jeden Menschen, und deshalb können die Unkenntnis und die Nichteinhaltung der Normen des Gesetzes (Norm = das, was sein soll) für den Menschen unabsehbare Folgen haben, über die wir bisher keinerlei Vorstellung haben. Der hier angegebene kurze Abriss des Gesetzes kann zum Impuls für die Entscheidung des Lesers werden, damit zu beginnen, das Gesetz systematisch in Theorie und Praxis kennen zu lernen und so zum spirituellen Menschen und Demokraten zu werden. "Obwohl unsere Wesen einen Lufthauch vom Himmel entfernt leben, bleibt unser Geist dennoch in der Höhle unserer eigenen Natur und Gewohnheiten gefangen, die uns mit einer unermesslichen Anzahl von Fehlern und wertlosen Meinungen versorgen." (Francis. Bacon, 1561-1626, englischer Philosoph) "Wer den Inhalt des Christentums nicht kenne, wäre eigentlich ein Fremder auf unserem kulturellen Boden." (Thomas Garrigue Masaryk, 1850-1937)
Die Definition des Gesetzes hat der englische Rechtstheoretiker J. Austin wie folgt formuliert: "Das Gesetz ist eine Regel, die ein intelligentes Wesen für das Handeln eines anderen intelligenten Wesens festgesetzt hat, das die Macht über das erste Wesen hat." Diese Definition gilt sowohl für das Menschenrecht als auch als das ethische Naturgesetz.
Der französische Vertreter Champetier de Ribes appellierte während der  Nürnberger Prozesse über die angeklagten Nazi-Führer an den Gerichtshof: „Indem Sie feierlich die Welt daran erinnern, dass das ethische Gesetz über der Willkür der Regierungen steht, welches sowohl die öffentlich tätigen als auch die Privatpersonen, sowohl die Nationen als auch die Einzelnen bindet, und dass die Verletzung dieses Gesetzes ein Verbrechen darstellt, trägt Ihr verurteilendes Urteil gewaltig zum großen Werk der universalen Befriedung bei." Unter der universalen Befriedung kann man die filadelfische - allbrüderliche Kultur verstehen, die für eine längere Zeit die Existenz einer Demokratie ermöglicht, die die Prioritäten und Ziele des menschlichen Reiches respektiert, die unsere geistigen Eltern, der Vater des Universums und die Mutter der Natur für sie festgesetzt haben. Den Beginn dieser neuen Kultur stellen Thomas G. Masaryk und Alma Excelsior, mit bürgerlichem Namen Marie Kubištová (1887-1956), die in Brünn geboren wurde und in Boskovice lebte, dar. Mit ihrem spirituellen Beitrag für die sechste allbrüderliche - filadelfische Kultur hat sie den Platz neben Jesus eingenommen.
Wir zitieren aus der Stellungnahme des Angeklagten H. Schacht vor dem Nürnberger Gericht: "Ich bin unerschüttert im Glauben, dass sich die Welt nicht durch die Regierung der Macht, sondern nur durch die Regierung des Geistes und der Moral erholt.“
Der Angeklagte Hans Frank sagte: "Wir sagten uns von Gott los, und deshalb mussten wir fallen."
Ein Vertreter der Tschechoslowakei an  den Nürnberger Prozessen schrieb in seinem Buch „Der Nürnberger Gerichtshof“ (Orbis, Prag 1946):  "Die Nazis verwandelten den Staat in ein einziges Konzentrationslager. Aus dem Staat machten sie einen Gangster - Organismus. Der Staat, dessen Aufgabe es ist, die Sicherheit der Bürger aufzubauen und zu schützen, organisierte unter der Führung der Nazis Verbrechen  und schützte  die Verbrecher und nicht deren Opfer. Das Nürnberger Gericht  schrieb, dass es kein Recht ohne Moral gibt. Das Recht, das sich von dieser seiner Quelle löst, verdorrt, stirbt oder verwandelt sich in das Gegenteil des Rechts. Das Nürnberger Gericht hat der Welt die Lehre erteilt, dass die Unterdrückung der menschlichen Freiheit, die Zerstörung der Demokratie, die Verletzung aller menschlichen sowie göttlichen Gesetze, die Verfolgung von Menschen aus Gründen der Rasse, der Religion oder der politischen Überzeugung, dass dies alles gegen die Prinzipien der menschlichen Zivilisation gerichtet ist."
Da die Normen des Gesetzes nicht dem Alter unterliegen, kann man für einen kurzen Umriss des Inhalts des Gesetzes auch die altertümlichen Informationen über das Gesetz verwenden.  
         
China
Herrscht der Weise, festigt er die Wirbelsäulen der Menschen. Wo das Gesetz nicht eingehalten wird, dort wird Finsternis herrschen. Was du selbst nicht wünschst, das tue auch anderen nicht an. Es gibt kein größeres Verbrechen, als den Leidenschaften die Zügel schleifen zu lassen. Es ist  eine direkte Pflicht des Beamten, den Befehlen nicht zu folgen, welche Böses gebieten.

Indien
Bemüht sich der Mensch bei nicht jeder Gelegenheit nicht, für den anderen zu leben und ihm zu helfen, dann lebt er tatsächlich kein richtiges Leben. Das beste Ziel ist der Unterricht vom Gesetz. Die Gabe der Erkenntnis des Gesetzes übertrifft jede Gabe.  Die Freude an der Einhaltung des Gesetzes übertrifft jede Freude.

Ägypten
Liebe die Wahrheit und die Gerechtigkeit. Sei nicht parteiisch. Widme dich ständig der Ausbildung. Arbeite, erwerbe dir ehrlich dein Brot. Sprich nicht unnötig. Verführe nicht zur Sünde. Betrinke dich nicht! Kämpf gegen die Lügen! Quäle nicht damit, was sich nicht gutmachen lässt. Strebe dich nicht nach dem Reichtum. Stiehl nicht. Unterdrücke nicht die Schwachen. Lege kein falsches Zeugnis ab. Belehre das Volk. Liebe deine Nächsten. Nimm den Kampf  mit dem auf, der sich mit Lüge versündigt.

 Die Antike
Alles wird vom Gesetz beherrscht. (Hippokrates) Man soll weder das Unrecht mit Unrecht entgelten, noch soll man  jemandem Böses tun, was auch immer man von den Menschen erlitt. Der Gesetzgeber darf nicht zulassen, dass die Erziehung in den Hintergrund geschoben wird, sondern es muss sich ordentlich gesorgt werden. (Platon) Achte darauf, dass die Nichtnutze den ordentlichen Menschen nicht vorgezogen werden. (Isokrates) Wir können nicht glücklich leben, wenn wir nicht vernünftig, ehrlich (d.h. moralisch) und gerecht sind. (Epikuros) Die Seele kehrt auf die Erde zurück, sie inkarniert wieder und hält nicht ein, sich in wiederholten Geburten mit den Schmerzen und dem Schicksal dieser Welt zu verbinden. (Plutarchos) Oh, die unglücklichen! An das Wohl fortzukommen, begehren sie zwar ständig, für das Gesetz jedoch, das der Welt von Gott gegeben wurde, sind sie blind und taub, diesem gehorsam seiend, würden sie glücklich leben. Zeus, allbeherrschend, erlöse das Volk von dieser vernichtenden Unkenntnis.  (Kleanthes)  Ein jeder ist so viel wert, als die Dinge wert sind, um die es ihm ernst ist. (Einer der besten römischen Kaiser Marcus Aurelius Antonius, 161-180, stoischer Philosoph) 

Der Koran
Seid die Helfer Gottes! Wir haben den Himmel und die Erde und alles, was dazwischen ist, nicht zum Vergnügen geschaffen; Sei geduldig zu dem, was dich trifft, denn es gehört zu der Substanz der Dinge! Wer das Übel tut, tut  dies so gegen sich selbst. Sprich: "Ich verlange keine Belohnung von euch, sondern die Nächstenliebe!" Gott hat Wucher verboten.

Die Bibel
Du sollst dich nicht der Mehrheit anschließen, wenn sie übel tut. Du sollst für niemanden Partei ergreifen, du sollst keine Bestechung annehmen. Achte sorgfältig darauf, dass du dich nicht zu der Niederträchtigkeit wendest und diese lieber als das Leid wählst. Tritt von dem Übel weg, tue das Gute. Der verlogene Mund tötet die Seele. Sei nicht zwitterhaft! Gebt euch nicht zum Übeltun her! Tauscht unrichtige Ansichten gegen Richtige aus. Beteiligt euch an der Tätigkeit für die Wahrheit! Jeder soll daran denken, was dem anderen dient, nicht nur ihm selbst. Es gehört sich nicht, gemeine, dumme und doppelsinnige Reden  zu führen. Führt kein nichtstuerisches Leben! Die Eheleute seien  einander treu! Ihr müsst wiedergeboren werden! (Jesus) Und das ist die Liebe: nach  Gottes Geboten zu leben. Sich von Selbstsucht führen zu lassen, heißt Tod. Das Wesen der Liebe ist der Dienst den anderen. Du sollst nicht töten! Wer im Gesetz forscht, wird davon durchdrungen. Seid tapfer, erfüllt achtsam alles, was im Gesetz ist!    

Die Zusammenfassung des Gesetzes enthält die zehn Gebote (2. Moses 20:1-17 und 5. Moses 5:1-21)  und die Antwort Jesu auf die Frage der Pharisäer, welches Gebot im Gesetz das größte sei: "Liebe den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, mit ganzem Willen und mit deinem ganzen Verstand. Dies ist das größte und wichtigste Gebot. Ein zweites ist ebenso wichtig: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst."
(Matthäus 22:37-39) Zum Studium des Gesetzes kann neben der Bibel (www.biblenet.cz) auch die Webseite von SPMZ (Bürgerlicher Verein der Freunde des moralischen Gesetzes) www.cz-eu.eu dienen.


(Stefanau bei Olmütz, 16.12.2012, SPMZ, František Venzara )



 

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