27. Wessen Brot du isst, dessen Lied sing!


Das Sprichwort bringt eine Binsenweisheit zum Ausdruck - nämlich dass man nicht die Hand beißt, die einen füttert. Das heißt, man muss sich nach Anweisungen des Übergeordneten richten, von dem man existenziell abhängig ist; ein Beispiel ist die Beziehung zwischen dem Kind und seinen Eltern in der Familie oder zwischen dem Arbeitnehmer und Arbeitgeber im Berufsleben. Noch schlimmer daran waren die Leibeigenen im Mittelalter, und die Sklaven im Altertum besaßen vor dem Gesetz keinerlei Rechte als Menschen, sondern sie galten bloß als Besitztum, über das der Sklavenhalter nach Belieben verfügen konnte. Heute unterliegen alle Menschen der vom Staat ausgeübten Rechtsgewalt. Nichtsdestotrotz – der primäre und allmächtige Brotgeber ist nach wie vor die Natur. Sie ist es, die alle Lebewesen und Pflanzen sowie notwendige Bedingungen für ihre Existenz auf diesem Planeten innerhalb des Sonnensystems geschaffen hat. Eine dieser Bedingungen ist das Lied der Natur in Gestalt einer gesellschaftlich-ethischen Ordnung, eines Moralgesetzes. Natürlich muss man sich an das Gesetz nicht halten, denn jedes Individuum besitzt die Entscheidungsfreiheit, für sich selbst zu handeln. Allerdings sollte man eines bedenken: Was man sät, das wird man ernten.
Unterschiedliche Schicksale und Lebensumstände von Individuen, Lebensgemein-schaften, Völkern und Rassen sind offensichtlich. Diese Tatsache an sich - ohne die Ursachen für das „Nichtsingen des Liedes der Natur“ zu kennen - gerechtfertigt nicht die Behauptung, dass eine gerechte Gesellschaftsordnung nicht möglich ist und in der Geschichte der Menschheit auch nicht vorgekommen ist. Das Unwissen ist kein Beleg für die Existenz bzw. Nichtexistenz einer Sache. Die Verleugnung der Existenz einer gerechten Gesellschaftsordnung öffnet Tür und Tor für Kriminalität, Amoralität und Totalität. Erst wenn man das Gesetz anerkannt und trotz der inneren und äußeren Hindernisse sein Denken, Fühlen, Handeln und Tun aus freien Stücken mit dem Gesetz in Einklang gebracht hat, zieht man im Unterbewusstsein eine Grenze zwischen der demokratischen und nicht demokratischen Gesinnung, errichtet eine imaginäre Mauer zwischen Demokraten und Nicht-Demokraten. Ein sicheres, lebenswertes, würdiges Leben ohne Armut und Schuldenlast ist nur unter der Voraussetzung möglich, dass man das Lied der Natur singt, nicht das Lied des persönlichen oder gemeinschaftlichen Egoismus.


Štěpánov u Olomouce, am 1.6.2003, František Venzara stellvertretend für den Verein der Freunde des Moralgesetzes

 

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