20. Die geistigen Ansichten Alma Excelsiors für die 6. Philadelphische Kultur


Die irdische Welt ist eine Bildungsstätte der menschlichen Entwicklung. Der Mensch kam nicht auf die Welt, um zu essen und sinnliche Lust zu genießen, sondern um sich durch den Dienst am Nächsten und an Gott geistig zu entwickeln. Heute stehen wir an der Schwelle der slawischen (sechsten) Kultur, die der heilige Johannes, der Verfasser der Apokalypse, als Philadelphische Kultur bezeichnete. Das Wort „Philadelphia“ bedeutet Brüderschaft aller Menschen, oder Allbrüderlichkeit. Die die Moral der echten Menschlichkeit entwickelnde geistige Liebe stellt die grundlegende Kraft der sechsten Kultur dar. Wir wissen, dass Liebe nicht Nehmen, sondern Geben bedeutet. Ein Negativum der Liebe ist der Egoismus. Egoismus ist eine Kraft, die den Menschen vom geistigen Sein trennt. Das Ausleben persönlicher Gelüste ist ein Egoismus, der unter dem Einfluss von Kunst, geistiger Schönheit und einem der All-Liebe geweihten Leben veredelt und in die rechten Bahnen geleitet werden soll. Die Gefühle der Liebe zu Gott und der All-Liebe reinigen am besten den gesamten astralen Körper. Animalische Erregung erschüttert den astralen Körper und trübt die Leuchtkraft seiner Aura. Die Liebe ist das eigentliche Urelement sämtlichen Seins. Der Mensch entweihte dieses Wort, indem er es zur Bezeichnung missbrauchter triebhafter Beziehungen der menschlichen Animalität verwandt. Wir müssen geben wollen, das Leben anderer Menschen geistig nähren und unterstützen wollen. Liebe trennt nicht, sondern vereint. Die allbrüderliche Liebe ist der Weg zur Vereinigung. Moral, geistige Vollkommenheit, All-Liebe und die aus ihr hervorgehende allseitige Toleranz sind ein sicherer Weg zur Erreichung des Weltfriedens. Der Wesenszug der slawischen Kultur besteht in der Anerkennung der Rechte jedes Einzelnen auf ein eigenes geistig-seelisches Leben, auf eine eigene philosophische oder religiöse Meinung sowie auf eigene Selbstbestimmung der nationalen Zugehörigkeit. Zurzeit beginnt die innere Umwandlung von Materialismus und Egoismus der Menschheit in eine geistig fühlende, zu einem allbrüderlichen Leben fähige Menschheit. Dies ist nur erst der Beginn des slawischen Impulses. Es wird noch Jahrhunderte dauern, bis er sich entwickelt und seine volle Geltendmachung erlangt. Die slawische Kultur erreicht ihren Höhepunkt in Russland.

Durch den Materialismus zieht sich der ätherische Körper in den physischen Körper zurück, sodass er dessen Konturen schlechthin nicht mehr überragt. Damit verliert der Mensch die Zusammengehörigkeit mit der ätherischen Welt vollständig und lebt nur der sinnlichen Welt. Er ist Materialist. Schuhe schützen den Menschen beim Gehen. Ebenso schützt eine „weise manasische Denkweise“ den Menschen vor Handlungen gegen das Gesetz Gottes, um stets den rechten Weg von Gottes Gesetz der Liebe zu beschreiten. Gedanken sind das grundlegendste Wesen des Seins – erfüllt von der kosmischen Ordnung des Geistes der Weisheit werden sie unausbleiblich auf die Weisheit unserer Gefühle und Taten wirken. Luzifers Logik ist Sophistik, die durch vermeintliche Weisheit auf den falschen Weg führt und allem eine dem Gesetz Gottes nicht entsprechende gegenteilige Bedeutung verleiht. Alle Menschen ohne Ausnahme sind Kinder eines einzigen Himmelsvaters. Dabei kommt es nicht darauf an, ob sie Christen sind oder sich anders zu Gott bekennen. Es kommt nur darauf an, ob sie in ihrem Herzen die Liebe zu Gott und ihrem Nächsten tragen. Die Religion ist eine aufbereitete Frucht der geistigen Erkenntnis, die durch Weihe erlangt wurde. Die Weihe ist der direkte Zugang in die geistige Welt. Wir wollen und werden weder alte noch neue religiöse Traditionen beurteilen, denn alle waren und sind bis heute für die menschliche Entwicklung notwendig. Sie gering zu schätzen, ist nicht angebracht. Christus verband durch sein Opfer auf Golgota erneut Himmel und Erde und ermöglichte es so einem jeden, der seinen Impuls annehmen will, einen Weg zurück in die geistige Welt zu finden. Die Verbindung mit Gott gibt dem Menschen ungewöhnliche Kraft zum Überwinden des Bösen. In einer jeden wahren geistigen Lehre liegt die schaffende geistige Kraft begründet, mit der Christus auf seine Jünger wirkte. Die Kunst ist der Vorhof der geistigen Wissenschaft und das Tor zur geistigen Erkenntnis. So wie wir auf Erden in der Schule wissenschaftliche Erkenntnisse erlernen, die durch die ehrliche Arbeit ihrer Entdecker erkauft wurden, so stehen wir auch hier in dem gleichen Verhältnis zu den Entdeckern der verborgenen Wissenschaft und stützen uns auf deren Erkenntnisse, die wir selbst nicht gewinnen können. Ein nicht in der geistigen Erkenntnis arbeitender Mensch entwickelt drei höhere geistige Prinzipien: die Seele des Verstandes, die Seele des Gefühls und die Seele des Bewusstseins. Diese entwickeln sich bei einem jeden Menschen beim Durchlaufen der irdischen Evolution. Erst durch die geistige Tätigkeit werden sie zu Instrumenten der Entfaltung höherer Prinzipien beim Menschen. Die richtige Atmung ist der wichtigste Teil der geistigen Unterweisung. Ein jeder sollte darüber nachdenken, ob er die irdischen Güter richtig einsetzt, ob diese der geistigen Erhebung oder dem Niedergang dienen. Astralität ist die Grundlage für die Entfaltung der Liebe, Mentalität ist die Grundlage zur Entwicklung von Weisheit und Tugend. Grundlage der Astralität ist Behagen und Unbehagen, Sympathie und Antipathie. Eine schlechte Astralität zerstört den physischen Körper, eine gute regeneriert ihn. Der durchschnittliche Mensch ist oft der Meinung, frei zu sein, wenn er die Wonnen des Lebens frei genießen kann und über genügend materielle Mittel verfügt, um seine Leidenschaften und Vorlieben zu stillen. Dies ist jedoch nicht die wahre Freiheit. Die wahre Freiheit ist einzig und allein in der Freiheit des Geistes verankert, der erfüllt ist von dem Ideal der Wahrheit und Gottes Gesetz. Erst indem der Mensch über seine niedere Natur siegt und sich mit Christus verbindet, erreicht er innere Freiheit. Wahre Freiheit geht nicht aus Kriegen hervor, sondern wird aus geistiger Erkenntnis und dem freudigen Erfüllen des Gesetzes Göttlicher Weisheit und Liebe geboren. Krieg ist das Gegenteil von Freiheit, denn Krieg versklavt die gesamte Menschheit und zwingt sie, unter der Diktatur der Kriegsverhältnisse zu leben. Er schränkt die freie Entwicklung des geistigen Menschen ein und sanktioniert das Böse, Raub und Mord sowie alle Laster und das astrale Böse. Sich im Bösen zu ergehen und wissentlich Böses tun, um anderen zu schaden, ist der Beginn schwarzer Magie. Seid niemals das Instrument von Gewalt! Schränkt nicht die Freiheit anderer ein! Seid jedoch ein Beispiel von Güte, Liebe und Gerechtigkeit! Fallt nicht Gedanken von Hass, Neid, Groll, Eifersucht, Geschlechtlichkeit oder Egoismus anheim! Selbstmord ist Aufruhr gegen Gottes Willen. In der Arbeit liegt der Schutz gegen alles Böse und das Überschreiten von Gottes Gesetz. Die geistige Arbeit ist das größte Gebet! Nur durch geistige Arbeit können wir unser Leben aufwerten und leben nicht nur, um unsere Karma auszugleichen. Strebe nach Autarkie, belaste niemanden. Den Menschen soll nur das umgeben, was er wirklich braucht, um mit Erfolg für das Wohl anderer zu arbeiten und dafür, was den Geist der anderen zu den Idealen erhebt. Weisheit geht nur aus der Erkenntnis der Gesetze Gottes hervor, ohne diese ist sie undenkbar. Deshalb müssen wir Gottes Gesetze erkennen. Nehmen wir sie in Liebe an, gelangen wir zur Notwendigkeit, durch sie zu fühlen und zu leben. Es ist unerlässlich, unserem wertvollsten Gut, nämlich unserer eigenen Seele, täglich einen Moment unseres persönlichen Lebens zu widmen. Eher sollten wir den verschiedentlichen Vergnügungen entsagen und, wenn nötig, auch echten künstlerischen Erlebnissen, als diesem Einen, durch welches wir in die geistige Welt hinüberwachsen, unsere geistige Persönlichkeit vertiefen und unsere inneren Kräfte stärken.

Die fünfte Arische Epoche (die sechste ist die Epoche der Sieben Empfängnisse, die siebente Epoche ist die Epoche der Sieben Posaunen) teilt sich in sieben kulturelle Subepochen, in die sog. Urindische, Chaldäisch-Persische, Babylonisch-Ägyptische, Griechisch-Lateinische, Germanisch-Angelsächsische, Slawische und die Kultur der Lauen. In der Mitte der Griechisch-Lateinischen Kultur ereignet sich der bedeutendste Weltprozess, in welchem sich die Entwicklung der Welt zurück zur Welt Gottes kehrt. Ohne das Mysterium von Golgota könnte der irdische Mensch den Weg zu Gott niemals finden, die Erde würde zur Beute anormaler Wesen. Eine jede Kultur durchläuft eine Periode der Geburt, in der sie in den Windeln steckt, danach die Periode ihres Höhepunktes, während derer ihr Impuls die gesamte Welt beherrscht, und letztendlich die Periode ihrer Neigung, die allmählich ihr Absterben und ihren Fall herbeiführt. Die Kulturen sind Sprossen auf der Leiter der menschlichen Evolution. Der Mensch kehrt auf die Welt zurück, um neue Erfahrungen zu sammeln. Dabei ist er eine Frucht der Vergangenheit. In der Gegenwart ist die Zukunft in Vorbereitung. Die erreichte geistige Erkenntnis verpflichtet den Menschen zur Evolutionsarbeit zugunsten der Entwicklung der Welt.

Unsere Anmerkung: Slawe im Sinne der geistigen Entwicklung bedeutet nicht die biologische Herkunft des Menschen, sondern die Tatsache, dass der Mensch durch seine ordentliche geistig-moralische Entwicklung zum Träger des Wortes wurde, unabhängig davon, in welchem Volke er geboren wurde.

SPMZ, April 2010



 

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