11. Abschnitte aus Artikeln von Petr Koudelka in der Wochenzeitung ROZHLAS (nachstehend als TR)



Um uns herum leben Menschen und es gibt viel von ihnen, vielleicht die Mehrheit, denen man Bewusstsein der Werte zurückgeben muss. Medien machen diese Arbeit nicht, dies ist sicher. Das, was wir erleben, ist ein Fall in unbekanntes Bereich. Selbst ihre Mitarbeiter und diejenigen, die sie beherrschen, brauchen Bewusstsein der Werte, Moralkriterien, Zivilisationsregel, Normen natürlichen Gesetzes zurück zu geben. Falls es anders wäre, würde man in Medien jeden Tag und immer lauter gerufen: Wann platzt dies schon? Wir traten von unseren ehrlichen Prinzipien zurück, wir genehmigten alle Moralnormen. Und diejenigen, die uns führen, sind doppelt unehrlich und unmoralisch. Alles können sie tun und damit halten sie uns in Ruhe. (TR Nr. 2/2006)


Wir sind auf der Weise beherrscht, die in der Geschichte keine Analogie hat. Sie sind allesamt korrumpiert. Spiel auf Gerechtigkeit ist dies, was wir sehen. Das, was uns tödlich bedroht, ist die Weise unseres Lebens, Gefahr dessen absoluten Unnütz- und Eitelwerdens. Wir müssen die Welt aus einer anderen Perspektive wie bisher ansehen. (TR Nr. 14/2006)


Kommunismus ist gefallen, aber man hörte nichts, keinen großen Schlag, es geschieht nichts. Im Gegenteil, Gesellschaft, wohin du schaust, ist viel stumpfer, ohne Bewegung. Menschen unterhalten sich gut, ja. Du kannst dich unternehmen, wie du willst. Aber Taubheit und Blindheit siedelten sich in Kunst, in Politik, sogar auch unter intelligenten Menschen an, falls sie noch existieren und über Zeit und Menschen nachdenken. Jedermann ist mit etwas unzufrieden und meistens weißt nicht warum. Gemeinschaft der Unzufriedenen existiert nämlich nicht, wir haben niemand, dem wir uns anvertrauen können. Deshalb können wir uns nicht einmal vereinbaren, dass wir Regierung stürzen. Wir wissen nicht welche, weil wir sie nicht kennen. Wir wissen nicht, wer uns herrscht. Machtlosigkeit, mit der wir betroffen sind, ist durch Informationsmangel verursacht. Es ist Paradox, dass gleichzeitig, was uns eingedrängt wird, wie riesenhaft diese Gesellschaft mit Informationen versorgt ist, beschwere ich über deren Mangel. Wir haben nämlich nicht die richtigen Informationen, das weiß vielleicht jedermann. Wir wissen nicht, was es geschieht, wer uns beherrscht, wer uns manipuliert. (TR Nr. 26/2006)


Welt mit geistiger Dimension ist Welt anständiger Menschen. Kindliche Frage „Falls du wählen könntest, in welcher Zeit möchtest du leben?“ ist beantwortbar gerade so: in einer Welt anständiger Menschen. Mehrmals habe ich mir schon beantwortet und immer habe ich zum Schluss festgestellt, dass es mir nicht darum geht, in einem oder anderem Jahrhundert zu sein, sondern überall, nur wenn dort anständige Menschen werden. Wir wissen nicht, was anständige Menschen sind, wir wissen nicht, was geistige Dimension ist, weil wir nicht ahnen, was wir eigentlich verloren haben. Wir kamen um etwas und wissen nicht, was es war. Ich weiß nicht. Ich habe nur absolute Sicherheit, dass dies es ist, was mir fehlt. (TR Nr. 30/2006)


Nicht Wahrheit, die wir irgendwie mit Jan Hus verbinden, sondern Lüge beherrschte die Gesellschaft, mit einer Lüge aufstehen und liegen Menschen, Eltern lehren ihre Kinder von klein auf zu lügen, Lüge, Vorspiegeln und „egoistisches Gen“ sind treibender Motor des Lebensstils. Sich zu bereichern ist es dann das Wichtigste, was im Leben einen Sinn hat.


Man muss weiterhin Maßen in Unwissenheit zu halten, Niveau der Bildung weiter zu senken, damit diese Menschen zufälligerweise nicht erwecken. (TR Nr. 34/06)


Alle - wie es bekannt ist – leben wir im Doppelleben: einerseits mit alltäglicher Versorgung des Lebensunterhaltes, andererseits mit Teilnahme am höheren Amt. Wie ein Philosoph sagt, es ist Leben im Tal und Leben auf Hügel. In das Tal gehören Einkäufe, Karriere und auch Politik. Leben auf dem Hügel ist im Gegenteil schwer benennbar, aber abgeleitet beziehen wir hierher Kultur und geistige Sachen ein, das – wie wir es sagen – was uns überschreitet. Sie richten sich nach der Meinung, dass wir „es sind, was wir suchen!“ Schon damit, dass wir auf einem Weg sind, dass wir darüber wissen, gewinnen wir Anteil an einer anderen Welt. Falls wir dabei noch fähig sind, zu bilden, beliebig wie, sind wir gerettet. Ein richtiger Ausgangsweg wäre es, sich an dieser höheren Ordnung der Sachen zu beteiligen. Doch auch Wissenschaft ist momentan nahe solchem hoffnungsvollen Gedanken. Vielleicht könnten wir noch etwas Weiteres finden, damit könnte man aber ganz ruhig beginnen. Aber wenn es uns nicht gelingt? Solche Möglichkeit ist mehr als wahrscheinlich. Dann kommt wieder die brennende Frage in Erwägung: Was soll man machen? Na eben –irgendwohin auf Hügel wegziehen. (TR Nr. 42/2006)


Das Einzige, wo der Mensche für die grausam lange Zeit verändert wurde, und was absolut neu ist, ist Verlust der Gottheit. Wir sind erste atheistische Zivilisation. Sogar in urzeitlichen Grotten kann man nach Befunden der Beerdigungsritualen Anwesenheit der Transzendenz, Beehren des Geheimnisses finden, das über Mensch steht. Wir sind allen, auf der Erde, und es bangt uns. Es ist wahr, dass es hauptsächlich westliche Zivilisation betrifft, aber deren atheistische Campagne ist im Fortgang in alle Richtungen auf dem ganzen Erdball. Verlust der Gotte gibt niemand in Zusammenhang mit Verlust der Kriterien für Moral und Menschlichkeit. (TR Nr. 46/2006)


Wie sollen wir es alles verbessern? Wie mit dies alles zurechtkommen? So fragt ein Hoffnungsloser, der Abendsnachrichten anschaut, Rundfunk anhört und Zeitung liest und sieht und hört, dass jeder zweiter Posten über verwirrte Moral ist. Verbrechen und auch gewöhnliche Lumpereien Kleiner und auch Großen, Betrüger und auch Politiker, bekannte Gauner und auch Menschen in ehrwürdigen und hoch geachteten Funktionen können immer gleich kommentiert werden: Sittenverfall. Und doch geschieht es alles Mögliche, nur nicht Verbesserung von Moral. Wozu gibt es neue und neue Maßnahmen, weil die alten nicht mehr reichen, neue Gesetze, weil die alten unwirksam sind, weitere und weitere Polizeiaktionen, präventive Aktionen, Kontrollaktionen… wenn niemand nach dem Hauptsächlichen strebt - nach Moral? Lüge und Verstellung sind gute Helfer schlechter Moral. Sie helfen einem Verbrecher oder Lump, damit er nicht entdeckt wird. Damit niemand über Charakter und Umfang seiner schlechten Taten erfährt. Es gibt so viele schlechte Taten, dass wir sie nicht mehr bewältigen können. Wer? Familie, Gesellschaft, Gerichte, Polizei, Nachbarn, Lehrer, niemand. Man möchte schreien: wäre es nicht Wert statt Erbauen neuer Schutzwände der Gesetze und Regel, Energie der Aufmunterung oder direkt Neuerbauen von Moral zu widmen? Wie einfach wäre es in der Zeit, wann es Eltern gereicht hat, streng anzuschauen und den Lehrern Augenbraue hochzuheben, damit sie dies erreichen, wozu heute nicht einmal bewaffnete Polizei, diagnostische Anstalten und Drohung mit Gefängnis für Jugendlichen ausreichen! Und doch Moral und Erziehung zu Moral scheinen so, dass sie niemand interessieren. (TR Nr. 14/2007)


Unser ganzes Leben beherrscht Gesetz einer unauffälligen Verschiebung. Nichts änderte sich! So lautet Gesetz einer unauffälligen Verschiebung. Niemand merkt etwas. Und wenn man merkt, ist es sowieso spät. Klassisches Beispiel einer unauffälligen Verschiebung sind unsere Kinder. Sie sind auf einmal ganz anders als die Kinder vor zehn Jahren. Unauffällig, von Tag zu Tag änderten sich die Kinder, bis aus ihnen Monster überfallend alte Frauen wurden, alkoholanfällig, die weder Autorität anerkennen, noch Grenzen von Moral. Sie organisieren Blutkämpfe und spielen sie in Handys an. Nicht alle sind so, aber Lehrer, die aus Schulen flüchten, bestätigen ihnen, dass die Zeit nicht weit ist. Gesellschaft hat Unschuldigkeit ihrer Kinder durch unauffällige Verschiebung verloren. Und auf gleicher Weise verlor ihre Unschuldigkeit unsere Demokratie. Es ist nicht mehr die alte gute ehrliche Demokratie. Parlament veränderte sich unauffällig auch - dort sitzen Vertreter der Bürger nicht mehr, sondern Vertreter der Parteien und Lobbyisten, die schon längst unsere allgemeinen Interessen nicht verteidigen. Was ist mit Medien passiert? Am meistens interessieren sie Sex, Gewalt und Tod. Sie verdienen nicht Macht, über die sie verfügen. (TR 22/2007)


Schon lange habe ich das Gefühl, dass mein Leben durch Geld geführt ist. Egal was Wichtiges ich machen will, aber sogar auch etwas absolut bedeutendlos, muss ich mit Geld zurechtkommen. Ich öffne Portmonee, schaue hinein und frage: Kann ich? Kann ich nicht? Erlaubst du es mir? Und Geld genehmigt es gönnerhaft, nickt zu oder sagt resolutes „nein“, und zwar auch im Fall, dass es da überhaupt nicht ist. Wie ist es geschehen, dass Geld, ursprünglich nur Gerät eines Handelswechsels, solche erstaunliche Macht gewann? Auch die reichsten und mächtigsten sind auch nur Sklaven des Geldes. Es scheint, dass Geld selbständige Kraft, mächtige Energie, höchste Macht, Gottheit ist. Dies, wovor Autoren von Science-Fiction fürchteten, ist schon geschehen. Blinde Macht entzog sich dem Menschen aus Händen und begann ihn zu beherrschen. Wie ist es möglich, dass gerade in unserer Zeit Geld aus Händen entzog? Hat es in Vergangenheit Welt nicht beherrscht? Antwort ist einfach. Über Geld war noch Gott, er war überall, wohin du schaust. Mit „Verlust des Gottes“ gibt es nichts, was Geld am Zaum halten könnte. Geld stellte sich auf seinen Platz. (TR č. 26/07)





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